Gedichte und Lyrik von 2015 bis heute


Dichtergarten

War es erst ein lichter Garten,
wird es bald ein dichter Garten.
Blumen in verschied’nsten Arten
möchten nicht mehr länger warten.
Streue Samen in die Scharten,
und aus frisch gepflanzten Zarten
wächst alsbald ein dichter Garten.
Ganz von selbst, die Winterharten,
werden in das Frühjahr starten.
Ich muss gießen, ich muss warten.
Lese Bücher, spiele Karten.
War es einst ein lichter Garten,
ist es nun mein Dichtergarten.


Grübler

Schlaflose Nächte hindurch gedacht,
ich bin ein übler Grübler.
Zu viel gedacht, die Nächte durchwacht,
ich grüble immer übler.


Die neuen Götter

Woher seid Ihr gekommen?
Wohin werdet Ihr geh'n?
Es ist doch unbenommen,
dass ihr, wenn sich nichts wendet
in Trümmern werdet steh'n.

Die Zukunft zeigt nichts Gutes.
Was tut ihr euren Kindern an?
Seid ihr noch frohen Mutes?
Seid ihr noch voller Hoffnung,
dass es sich wenden kann?

Es wird sich wohl nichts wenden,
von selbst und ohne Last.
Ihr werdet elend enden,
wenn ihr so weiter macht.
Gebt auf, die Hatz und Hast.

Gebt auf die neuen Geister
die euch den Kopf verdreh'n
Sie sind die neuen Meister
die euch beherrschen, lenken,
das solltet ihr versteh'n!

Versteht ihr's nicht, so sage
ich großes Leid voraus.
Ich drücke meine Klage,
besorgnisvoll und mahnend,
in diesen Versen aus.


Hochsensibel

Zu viel, zu voll,
zu laut, zu grell,
zu schnell, zu doll,
zu kalt, zu schnell …

Ich denke, meine Sinne
spielen mir einen Streich
Ich denke, dass ich spinne.
ich glaub' ich sterbe gleich.

Wie geht's den andern Leuten?
Spür'n sie das etwa nicht?
Wie soll ich dieses deuten?
Schau ihnen ins Gesicht.

Es scheint sie nicht zu stören.
Sie halten weiter Schritt.
Den Lärm zu überhören,
machen sie einfach mit.

Doch sehen sie am Rande
die kleinen Dinge nicht.
Denn sie sind außerstande.
Für sie zählt nur die Pflicht.

Am Tage einfach mal zu träumen.
Dem Klang der Stille lauschen,
Ganz still zu liegen unter Bäumen
Ich möchte nicht mit ihnen tauschen.

Doch dies ist ihnen obsolet,
Ich bin ihnen zu mild.
Ich fühle mich wie der Prophet
der hier, wie dort nichts gilt.



Berlin

Alte Heimat, lebe wohl!
Bist nicht mehr meine Stadt.
Du bist zu laut und bist zu voll.
Ich habe dich so satt.

Ein Moloch voller Grind und Dreck,
voll Abschaum, voller Gier.
Von Selbstdarstellern okkupiert.
Ich bleib' nicht länger hier.

Deine schönen Flecken,
sind der Touristen Ziel.
vollgestopft mit Menschen.
Das ist mir zu viel.

Kann nicht atmen in dir.
Finde keinen Fleck,
der mir Ruhe spendet.
Deshalb bin ich weg ...

 

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